Die Sozialistische Bildungsgemeinschaft Hessen e.V. (SBG) – Toni-Sender-Akademie ist ein gemeinnütziger Bildungsträger, der Jugendliche und Erwachsene für die Demokratie, die internationale Zusammenarbeit und den freiheitlichen Sozialismus begeistern will. Gleichzeitig soll politisches Wissen vermittelt werden, welches auch in der Praxis umgesetzt werden kann und soll. Veranstaltungen von Vorträgen, Seminaren und Kursen, sowie die Herausgabe von Schriften unterstützen dies und tragen zur politischen Bildung bei.
Die SBG ist ein eingetragener Verein, der Vorstand wird jedes Jahr von einer Mitgliederversammlung gewählt. Die SBG versucht eine enge Abstimmung mit anderen Bildungsträgern, die der Idee der Sozialen Demokratie nahe stehen, zu erreichen, um ein breites Spektrum von Möglichkeiten der politischen Bildung im Verbund anbieten zu können. Dieses Angebot wird im Netzwerk Politische Bildung konzeptionell und organisatorisch abgestimmt.
Wir veranstalten als Grundangebot jährlich mehrere Seminare mit dem Titel „Staat und Gesellschaft“, bei dem Neulinge in der Politik einen Einblick in den Aufbau der Strukturen und Programmatik von Parteien am Beispiel der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der ältesten demokratischen Partei in Deutschland, bekommen.
Ab 2009 werden neue Angebote aufgenommen. Dazu zählen Seminare und Veranstaltungen, die einen vertieften Einblick in Führungsrollen und –aufgaben von ehrenamtlich Engagierten geben sollen, Angebote im Bereich politischer Grundlagen und Werte sowie der neuen Medien. Das aktuelle Programm finden Sie im Internet.

Am 29. November 1888 wurde Toni Sender in Biebrich (heute: Wiesbaden) geboren. Sie verließ schon mit 13 Jahren, nach Abschluss der höheren Töchterschule, ihre Heimat und besuchte die private Handelsschule für Mädchen in Frankfurt am Main. Schon vor Abschluss der Ausbildung verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt selbst. Sie trat der Büroangestelltengewerkschaft bei. Einige Zeit lebte sie in Paris und engagierte sich bei den französischen Sozialisten. Mit der Ermordung Jean Jaurès' und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte sie nach Frankfurt zurück, wo sie Friedensarbeit leistete.
Nach dem Krieg arbeitete sie maßgeblich in der Arbeiterrätebewegung mit und wurde 1920 Abgeordnete der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. 1924 ging sie nach Dresden und wurde SPD-Reichtagsabgeordnete für Dresden und Bautzen mit den Arbeitsgebieten Zoll- und Handelspolitik. 1928 arbeitete sie in der Redaktion der Frauenwelt, einer Illustrierten der SPD. Im Frühjahr 1933 emigrierte sie in in die USA. Dort arbeitete sie als Wirtschaftsspezialistin bei der United Nations Relief and Rehabilitation Administration, später beim amerikanischen Gewerkschaftsbund American Federation of Labor (AFL), der als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen zugelassen ist. Sie engagierte sich in der UN-Menschenrechtskommission und der Kommission zur Rechtsstellung der Frau. Am 26. Juni 1964 starb sie in New York an einem Schlaganfall.
Die Stadt Frankfurt verleiht seit 1992 den Tony-Sender-Preis zur Förderung von „hervorragenden innovativen Leistungen, die der Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter dienen und der Diskriminierung von Frauen entgegenwirken.
Bildquelle: unbekannt